Leben in Stuttgart –
Kein Stuttgart 21

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Stuttgart, den 26. Februar 2007


Stuttgart 21 – eindeutig die schlechtere Lösung
Pressemitteilung zur Pressekonferenz am 26. Februar 2007

In der Auseinandersetzung um Stuttgart 21 und mögliche Alternativen haben die von der Deutschen Bahn beauftragten Gutachten der Leiter bzw. emeritierten Leiter der verkehrswissenschaftlichen Institute der Universität Stuttgart bzw. Aachen eine herausragende Rolle gespielt. Die Vorgaben dieser Gutachten – und damit weitgehend auch deren Ergebnisse - bestimmte der Auftraggeber, die Deutsche Bahn AG.

Es war deshalb wichtig, unabhängige und kompetente Aussagen über die zur Entscheidung anstehende Planung von Stuttgart 21 (S21) einzuholen. Aber auch über die seit Jahren von VCD und BUND erarbeitete Alternative Kopfbahnhof 21 (K21) waren die Aussagen dieser Fachleute wichtig, allein schon, um die widersprüchlichen Aussagen über Kapazität, Aufwand etc. auf den Prüfstand zu stellen.

Drei unabhängige und kompetente Wissenschaftler haben daher auf Bitten der Initiative "Leben in Stuttgart – Kein Stuttgart 21" sowohl die Stuttgart 21-Planung, als auch die Alternative Kopfbahnhof 21 unter verschiedenen Aspekten untersucht.

Prof. Karl-Dieter Bodack, München, Unternehmensberater und langjähriger Spitzenmanager der Bundesbahn, kommt in seinem Gutachten, in welchem er die S21-Planung und die K21-Planung mit der aktuellen Situation auf Verbesserungen bzw. Verschlechterungen untersucht, zum Ergebnis: "Die .. Planung eines Tiefbahnhofs (S21) verursacht erhebliche Negativeffekte im Vergleich zum Ist-Zustand.... Demgegenüber hat die alternative Planungsvariante BUND/VCD/Arnoldi eines renovierten und ertüchtigten Kopfbahnhofs (K21) erhebliche Nutzeffekte gegenüber dem Ist-Zustand und erst recht gegenüber der aktuellen Planung eines Tiefbahnhofs." (Gutachten als Word Dokument, 284 KB)

Prof. Dr. Wolfgang Hesse, Marburg, Mathematiker und Informatiker, u.a. für verkehrstechnische Anwendungen, zieht das Resümee, dass bei S21 ein ITF (Integrierter Taktverkehrsfahrplan) im Knoten Stuttgart nicht verwirklicht werden kann und sowohl im Fernverkehr, als auch im Regionalverkehr keine Qualitätssprünge erfolgen, die den erheblichen Mehraufwand für S21 rechtfertigen würden. Hingegen gingen mit dem Ausbau des Kopfbahnhofs (K21) erhebliche Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr im gesamten Großraum Stuttgart einher und es wäre, wegen der ITF-gerechten Fahrzeiten, ein wichtiger Beitrag zur Optimierung des gesamten deutschen Fernverkehrsnetzes geleistet. (Gutachten als Word Dokument, 89 KB)

Prof. Dr. Heiner Monheim, Geograph und Verkehrsforscher und -planer, kritisierte das Projekt S21 als typisches Großprojekt mit hohen Investitionssummen, als ein Projekt ohne Alternativenplanung, ohne Zukunftskonzept und mit letztlich negativen Effekten. Er kritisiert die Perspektivlosigkeit der Bahnpolitik, fordert eine Zukunft der Bahn als Flächenbahn, ganz im Gegensatz der Politik der wenigen Hochgeschwindigkeitskorridore und gleichzeitiger Vernachlässigung des Flächennetzes und kommt zum Ergebnis: Das Alternativkonzept K21 sei die bessere Lösung, weil kostengünstiger, es steigere die Flexibilität und Kapazität und schaffe den modernsten, leistungsfähigsten Kopfbahnhof Europas. (Gutachten als Word Dokument, 60 KB)

 

 

 

Alle drei Untersuchungen zeigen, so Gangolf Stocker, Sprecher der Initiative "Leben in Stuttgart – kein Stuttgart 21", dass sowohl die seit elf Jahren von den Gegnern geäußerte Kritik an Stuttgart 21, als auch die entwickelte und vorgeschlagene Alternative Kopfbahnhof 21 ihre wissenschaftliche Unterstützung erhalte.

Die heutige Pressekonferenz wertet er als Signal an die Politik, insbesondere an Bundesverkehrsminister Tiefensee, sich nicht auf eine angeblich alternativlose Entscheidung für oder gegen Stuttgart 21 einengen zu lassen. "Es gibt nicht nur ein Leben nach Stuttgart 21", so Stocker, "es gibt auch eine alternative Lösung für den Stuttgarter Bahnhof bzw. den Bahnknoten Stuttgart, die wesentlich billiger und effizienter und zudem zukunftsorientiert ist."

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